1. Tag: Treffen in Podivin/Tschechien. Hier gibt es Parkmöglichkeiten für PKW und Hänger, falls jemand mit dem Motorrad im Huckepack anreisen möchte.
Zweibett-Zimmer mit DU / WC / TV, Frühstück; Motorräder parken im Hof.
2. Tag:
Kurze Fahrt über Autobahn in die Slowakei, dann folgen die vorerst letzten richtigen Kurven. In Ungarn rollen wir auf ziemlich geraden Landstraßen nach Süden, zu einem Reiterhof mit sehr leckerer und üppiger Küche.
Zweibett-Zimmer mit DU / WC, Abendessen und Frühstück; (ca. 370 km)
3. Tag: Fahrt über Szeged zum Grenzübergang nach Rumänien. Gleich nach dem Grenzübertritt wird klar: eine Reise in vergangene Zeiten beginnt. Auf den Straßen beherrschen Pferdegespanne das Bild. Endlose Alleen ziehen sich durch topfebenes Land. Am Nachmittag ist Timisoara (Temeswar) erreicht, der Stadt mit westlichem Flair, in der 1989 der Aufstand gegen das Ceausescu-Regime begann. Übernachtung im Zentrum der Stadt, nahe dem Fußgängerboulevard.
Zweibett-Zimmer mit DU / WC / TV, Frühstück; Motorräder parken bewacht direkt vorm Hotel. (ca. 180 km)
4. Tag:
Etwa 50 km hinter Timisoara zeichnen sich am Horizont die ersten Berge ab. Bald verlassen wir die Ebene und tauchen in eine idyllische Berglandschaft ein. Kleine Dörfer schmiegen sich in Täler, umgeben von Wäldern und blühenden Wiesen - ein Bild, das typisch für Rumänien ist. Schmale Straßen bereiten Kurvenspaß. Unweit der Donau liegt Baile Herculane, ein alter, römischer Kurort mit vielen, allerdings sehr verblichenen, historischen Bauten. Eingezwängt ins enge Tal der Cerna windet sich unser Weg aus der Stadt. Weiter oben, idyllisch an einem Stausee gelegen, wartet eine Pension auf uns. Hier zwei Übernachtungen.
Doppelbettzimmer mit DU / WC, Abendessen und Frühstück; Motorräder parken im Hof (ca. 240 km)
5. Tag:
Fahrt zur Donau. Besuch des Staudammes Portile de Fier, dem „Eisernen Tor“, des Klosters Vodita und der Cazanele, einem beeindruckenden Durchbruch der Donau an der Grenze zu Serbien. Hier stoßen der Balkan und die Karpaten aufeinander und ragen stellenweise bis zu 500 Meter über den Fluten in den Himmel. Wer Lust hat kann am Wegesrand ein Bad im warmen, schwefelhaltigen Quellwasser nehmen und sich ordentlich massieren lassen. Wenn es jemand mehr zu unbefestigten Pisten zieht, finden wir Zeit, einige Wege zu erkunden. (ca. 130 - 160 km)
6. Tag:
Unsere Fahrt begleiten die wilden, weißen Felsen des Cerna-Tales. Dann geht es hinauf und wir können fantastische Aussichten genießen. Über liebliche Hügel gleitet der Blick bis zu den über 2.000 Meter hohen Gipfeln des Retezat-Massives. Später wird die Landschaft wieder flacher. Am Rande einer Hochebene, versteckt im Wald, steht das Kloster Tismana, dem wir einen Besuch abstatten. Dann kommen wir an den Fluss Jiu. Dieser hat sich tief in die Karpaten eingeschnitten. Eine Eisenbahnlinie, die Straße und der Fluss müssen sich das von steilen und dunklen, fast bedrohlich wirkenden Steilhängen gesäumte Tal teilen, sehr zur Freude von Kurvenfreaks. In der Bergarbeiterstadt Petrosani verlassen wir die E79 und nehmen ein winziges Sträßchen unter die Räder, welches uns ins Gebirge bringt. Die letzten Kilometer ab einem 1.575 Meter hohen Pass sind unbefestigt. Ein paar Höhenmeter tiefer, auf etwa 1.300 Meter steht eine Handvoll Häuser, die Siedlung einiger Waldarbeiter und Förster. Der nächste Ort ist 30 km entfernt. Hier in der Einsamkeit, mitten in Wäldern mit riesigen Tannen, stehen ein paar einfache, kleine Holzhütten - die wohl urigste Übernachtung unserer Reise. Wenige Schritte entfernt, in einer ebenso rustikalen Baude, trinken die Waldarbeiter ihr Feierabendbier oder Tuica, den Zwetschkenschnaps. Auch hier bietet sich die Möglichkeit für Enduristen einen kurzen Abstecher hoch ins Gebirge zu unternehmen.
Für jeden Teilnehmer eine Hütte. (Einfachste sanitäre Anlagen!) Zwei WCs in der Baude / Waschstelle am Bach, Frühstück. (ca. 200 km)
7. Tag:
Weiter geht die Fahrt durch traumhafte Landschaften, vorbei an einigen Seen. Erst beim vierzigsten Kilometer säumen wieder Häuser den Weg. Nach soviel Einsamkeit und Natur gelangen wir in eine Gegend, die geschichtsträchtiger kaum sein könnte. Nach Siebenbürgen. Im Land der berühmten Wehrkirchen leben noch zahlreiche Deutsche. Auch wenn deren Zahl schrumpft, ihre Dörfer kann man noch bewundern. Wir aber fahren zunächst in ein rumänisches Dorf unweit von Sibiu. Früher mit riesigen Schafherden reich geworden, präsentiert sich der Ort heute als gut erhaltene Gemeinde in der alte Traditionen auch im Alltag gelebt werden. Mitten in diesem sehenswerten Ort sind wir in einer schönen, sehr familiären Pension herzlich willkommen. Hier zwei Übernachtungen.
Zweibett- / Dreibettzimmer mit DU / WC / TV, Abendessen und Frühstück; Motorräder parken im Hof (ca. 160 km)
8. Tag - Ruhetag: Ausflug nach Sibiu (Hermannstadt), der einstigen Hauptstadt Siebenbürgens mit einer alten Straßenbahn oder Fahrt in die Umgebung z.B. ins Hochgebirge zur genialen Transfagaraser Hochstraße, nach Ocna Sibiului mit seinen Salzseen oder auch wieder Schotterpisten unter die Räder nehmen (alles wetterabhängig, wir entscheiden vor Ort).
9. Tag:
Auf der heutigen Strecke begegnen uns einige Wehrkirchen. Früher boten die mächtigen Bauwerke der Dorfbevölkerung Schutz vor den Tataren oder osmanischen Heeren. Zwischen den Dörfern sieht man immer wieder ganze Familien auf ihren Feldern und Wiesen. Alles wird hier mit Muskelkraft erledigt.
|
|
Die Ernte ziehen Pferde oder Ochsen nach Hause - Bilder wie vor hundert Jahren. Unterwegs stoppen wir in Medias und können einen Spaziergang über den Marktplatz machen. Dann erhebt sich hoch über den Dächern von Biertan eine der größten Wehrkirchen, ein ehemaliger Bischofssitz. Wir schlafen zwei Nächte im Gästehaus zwischen den Burgmauern.
Zweibett-Zimmer mit DU / WC, Abendessen und Frühstück; Motorräder parken im Kirchgarten (ca. 180 km).
10. Tag - Ruhetag:
Ausflug ohne die schweren Motorradklamotten mit einem Bus nach Sighisoara (Schäßburg), auch das Rothenburg Siebenbürgens genannt. Seine Altstadt wurde komplett unter Denkmalsschutz gestellt. Schnell nimmt einen das mittelalterliche Flair mit seinen schiefen, verblichenen Wänden, den Türmen und kopfstein-gepflasterten Gassen gefangen. Erklimmt man den berühmten Stundenturm, offenbart sich einem der herrliche Blick auf die verwinkelten Häuser und hinüber zur orthodoxen Kathedrale. Auch Vlad Tepes wurde hier geboren, besser bekannt als Graf Dracula. Sein Geburtshaus beherbergt heute ein Restaurant.
11. Tag:
Das heutige Ziel ist ebenfalls mit Vlad Tepes verbunden, wenn auch nur entfernt. Dazu fahren wir in den Norden Rumäniens. In den Ausläufern des mächtigen Calimani-Gebirges liegt auf knapp 1.200 Metern Höhe das Hotel Dracula - nicht zu verwecheln mit dem Schloss Dracula am Bran-Pass. Ein Hotel mit guter Küche, weiten Ausblicken und rustikalem Flair. Der erste Teil der Strecke führt über eine gut ausgebaute und kurvenreiche Straße, die eine weite, hügelige Landschaft durchquert. Später windet sich die Straße - etwas schlechter - ins Gebirge hinauf. Zweibett-Zimmer mit DU / WC / TV, Frühstück; Motorräder parken im Innenhof. (ca. 220 km)
12. Tag:
Die Passstraße führt nun hinab nach Vatra Dornei, dem Tor zu den Maramures, einer sehr ursprünglichen Landschaft. Später folgt die Strecke einem Gebirgsbach der sich ein malerisches Tal geschaffen hat. Dann geht es wieder hinauf, auf einen 1.416 Meter hohen Pass. Unweit zieht sich durch den endlosen Forst der Waldkarpaten die Grenze zur Ukraine. Typisch für diese Region sind Holzhäuser, hohe Holzkirchen und vor allem die großen Holztore, die noch viele Höfe zieren. Die Kunst der Holzbearbeitung ist hoch entwickelt. Hier, fernab jeglicher Industrie scheint die Zeit schon lange stehen geblieben zu sein. Uns begegnen auch jüngere Menschen, die ihr Tagewerk in traditioneller Kleidung und unter Einsatz althergebrachter Techniken verrichten. Liebevoll werden Häuser gebaut und eingerichtet. Auf uns wirken die Dörfer der Maramures wie ein riesiges Museum. Selbstverständlich verbringen wir die Nacht in einem Bauernhof mit folkloristisch geschmückten Räumen. Besuch der ältesten Holzkirche Rumäniens aus dem Jahr 1394, einer kleinen Keramikwerkstatt und einer Waldbahn. Auch auf dieser Etappe eine kurze unbefestigte Strecke. Zweibettzimmer, nur zwei WCs / DU im Haus, Abendessen und Frühstück; Motorräder parken im Hof (ca. 190 km)
13. Tag:
Noch einmal durchqueren wir diese Märchenlandschaft. Wenn wir Glück haben ist gerade Markttag und alles trifft sich zum Handeln. Da werden Hühner gekauft, Ferkel und Kälber heimgezerrt. Eine neue Jacke oder Gummistiefel erstanden. Auf jeden Fall stoppen wir am Klosterkomplex von Bârsana - die hölzernen Bauten sind schlicht überwältigend. Dann wird eine südliche Richtung eingeschlagen. Verschlungene Bergstraßen lassen die Fahrerherzen höher schlagen. Die folgenden Dörfer und Städte haben einen völlig anderen Charakter und ihre Ortsschilder sind zweisprachig. Das deutet wieder auf einen erheblichen Anteil an Ungarn unter den Einwohnern hin. Am frühen Abend kommen wir in einer etwas größeren Stadt an. Hier wird uns ein kurzer Blick ins städtische Leben gewährt - kein Vergleich zu den Dörfern, die wir bisher gesehen haben. Es wird unsere letzte Nacht in Rumänien.
Zweibett-Zimmer mit DU / WC / TV, Frühstück, Motorräder stehen im Hof oder auf bewachtem Hotelparkplatz (ca. 220 km)
14. Tag:
Es heißt Abschied nehmen, die letzten Kilometer auf rumänischem Boden liegen vor uns. Die Landschaft wird flacher und erinnert zunehmend an Ungarn, in das wir auch bald einreisen. Zügig rollen nun die Bikes durch die Puszta. Kurz vor Ende der Tagestour können wir noch einen Bogen fahren (plus ca. 35 km), auf dem auch das äußere Profil der Reifen beansprucht wird. Ungewöhnlich für Ungarn, aber es gibt auch hier ordentliche Kurven. Das Nachtquartier liegt am Fuße des Mátra-Gebirges, der mit 1.015 Metern höchsten Erhebung des Landes.
Doppelbett-Zimmer mit DU / WC / TV, Frühstück; Motorräder parken im Hof (ca. 300 km)
15. Tag:
Heute führen uns die Straßen immer weiter Richtung Heimat, ohne jedoch die landschaftlichen Aspekte zu vergessen. Im Gegenteil, nach den flachen Abschnitten folgt das reizvolle Donau-Knie und Esztergom mit seiner mächtigen Basilika. Am Fuß dieses größten Gotteshauses von Ungarn wechseln wir über die Donau in die Slowakei. Vor Bratislava lenken wir nach rechts und kurven über die schöne Bergstrecke Richtung Grenze. In Tschechien schließt sich unser Kreis im schon bekanntem Hotel.
Zweibett-Zimmer mit DU / WC / TV, Frühstück (ca. 360 km)
16. Tag:
Nach dem letzten gemeinsamen Frühstück tritt jeder die individuelle Heimreise mit hoffentlich vielen vergessenen oder abgeschwächten Vorurteilen und neuen, schönen Eindrücken von Rumänien im Gepäck an.
|
|